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Rabaukenlicht Fotografie Sabrina Klein
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      Ich bin selbst auf fast keinem Foto meiner eigenen Ich bin selbst auf fast keinem Foto meiner eigenen Familie. Seit Jahren fotografiere ich andere Familien und zuhause stehe ich immer auf der anderen Seite der Kamera.
Vielleicht ist es bei dir ähnlich. Du packst die Vesperdose, suchst die zweite Matschhose, denkst an das Geschenk für den Kindergeburtstag. Du steckst in jeder Geschichte deiner Familie. Du hälst ihr Universum zusammen aber auf den Bildern fehlst du. 
Wenn doch mal jemand die Kamera auf dich richtet, kommt dieser Satz. „Ich muss nicht mit drauf.“ oder „Meine Haare sind doof“. Diese Bilder sehen dann leider meist nicht ganz so prickelnd aus, nicht wegen dir sondern weil sie zu gewollt sind und du auf die Kamera geachtet hast. Das sind nicht die ungestellten Schnappschüsse die wir uns an die Wand hängen und unser Herz berühren. 
Deine Kinder werden später nicht nach deinen Augenringen suchen. Sie suchen deine Hände, die ihnen den Schal zugebunden haben. Dein Lachen, wenn sie dir in die Haare wuscheln. Eure Verbindung.
      Am Wochenende ist meine Tochter 14 geworden. Auf d Am Wochenende ist meine Tochter 14 geworden. Auf der Party ist ein Wort gefallen, das ich noch nie gehört hab und jetzt nicht mehr vergessen kann:
Looksmaxxing
Ich musste es mir von den Jüngeren erklären lassen. Kurz gesagt: das Maximum aus deinem Aussehen rausholen. Das fängt bei harmloser Hautpflege an und es endet bei Jugendlichen, die sich auf die Wangenknochen schlagen, weil sie hoffen, dass ihr Gesicht kantiger zusammenwächst. Besonders junge Männer machen bei diesem Trend mit, Bone Smashing heißt das wohl. Ärzte warnen eindringlich davor, es bringt nichts außer Verletzungen.
Ich lag letzte Nacht wach und hab an die vielen charakteristischen Gesichter gedacht, die ich fotografieren durfte. Zahnlücken, Grübchen, Lachfalten, Narben. Eine Brille, die ständig auf die Nasenspitze rutscht, verwuschelte Haare alldaylong. Das sind Spuren von deinem Leben und sie machen dich zu dir.
Ich mag mir eine Welt nicht vorstellen, in der wir uns alle in dieselbe Richtung optimieren, bis das, was uns ausmacht, zur Ausnahme wird.
Damit meine ich nicht Menschen, die wirklich unter etwas an ihrem Aussehen leiden. Wenn sie sich mit einem professionellen Eingriff Erleichterung verschaffen, verstehe ich das voll und ganz. 
Mir geht aber dieses ständige optimieren bis ins kleinste Detail gegen den Strich.
Kanntest du das Wort schon? 
Was glaubst du, woher dieser Drang kommt?
      30 Minuten Lächeln gegen eine Tüte Gummibärchen. S 30 Minuten Lächeln gegen eine Tüte Gummibärchen.
So liefen meine Shootings früher.
Jahrelang hab ich Familien im Partnerlook auf Wiesen geknipst. Alle in Beige, immer harmonisch clean, also ohne Kaba-Flecken und Krümel und immer mit den gleichen Anleitungen. Booooring, wenn ich es aus Sicht der Kinder sehe.
Und wenn die Gummibärchen nicht gereicht haben, kam die nächste Stufe: eine Serie, ein neues Kuscheltier, Hauptsache, sie machen jetzt mal kurz mit. Guess what? Meistens hatten sie null Bock und haben nur nach der Belohnung gefragt. Stress pur für alle.
Heute mache ich das Gegenteil und Pippi wäre stolz auf mich.
Denn Pippi hat nie für ein Foto gelächelt. Sie hat gelebt, laut, frech mit einem Pferd auf der Veranda und ohne einen Gedanken daran, was andere davon halten.
Genau so sieht Familienleben aus und genau diese Geschichten halte ich fest: euch daheim, mit Krümeln unterm Tisch, Wäsche auf dem Ständer und Kindern, die lieber rennen als lächeln und die dabei auch mal dreckig werden dürfen, so what. Dafür bekommt ihr Bilder, die ehrlich sind und später den Moment: „Weißt du noch? So hast du immer geschaut, wenn …“
Wischt mal durch auf der vorletzten Slide steht der Satz, der mir am wichtigsten ist.
Wenn du beim Wischen gedacht hast „Ja geil, lieber Erinnerungen als noch ein Spielzeug“ dann schreib mir. Denn heute ist morgen schon gestern.
Tschau Kakao,
eure Brini
      Zwischen Nudeln-ohne-was (die Marktlücke übrigens Zwischen Nudeln-ohne-was (die Marktlücke übrigens für den nächsten Imbiss, Geheimtipp und Bestseller in einem, approved), der Wäsche auf dem Ständer, den Krümel unterm Stuhl, dem Kaffee, der zum dritten Mal kalt wird und das Kind, das sich weigert, Socken anzuziehen bzw. überhaupt was anzuziehen. Genau da wohnt eure Geschichte.
Weil mich so viele fragen, wie eine Reportage bei mir abläuft, hab ich alles in diesen Post gepackt. Vom ersten Kaffee bei euch daheim über das eine Bildle für d‘Omi bis zur Frage, was das Ganze koschtet.
Falls ihr euch fragt, ob da bloß ne nette Freundin zum Knipsen vorbeikommt, wisch mal bis Slide 5 😅
Speichert euch den Post gern ab, dann findet ihr ihn wieder, wenn’s so weit ist.
Hab ich was vergessen? Let me know 😊
      Das bin ich, nicht perfekt und du musst es auch ni Das bin ich, nicht perfekt und du musst es auch nicht sein. 
Ich mache keine glatten fröhlichen Werbebilder von eurer Family, ich dokumentiere euren wahren Alltag. Also lass deinen beige Partnerlook gern im Schrank und auch die matching outfits brauchen wir heute nüscht. Stattdessen darfst du anziehen worauf du bock hast und dich wohlfühlen. 
Waaaas du fühlst dich eh nicht wohl?! Kenn ich nur zu gut und deshalb lässt du gern auch mal nur die Kids aufs Bild. „Ne ich muss nicht drauf sein“ Auch das kommt mir bekannt vor aber fehlt dann später nicht der elementarste Teil der Geschichte im Fotobuch nämlich du, die Mama? Also seh es größer, hab Spaß geniess oder besser akzeptiere die Ups und Downs eines Tages und sei auch dabei auf den Bildern. 
Es muss nicht immer alles happy life und shiny sein, um wertvoll zu sein. Damit deine Kinder später sehen wie geliebt sie wurden und du nochmal spüren kannst, wie stark du gewesen bist, braucht es nur dich mit allem was du aus- und gehalten hast. 
That‘s it.
PS: eigentlich heiße ich Sabrina aber so nennt mich in meinem engen Kreis niemand. Ich war schon immer Brini und ich dachte mir, wenn ich schon zu euch nach Hause komme, dann doch gleich so 😊

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